Die Schalensteine am Pfitscher Sattel in der Texelgruppe
Ein astronomisches Bergheiligtum aus der Kupferzeit (ca. 3200 v.Chr.)
Der Pfitschersattel liegt oberhalb von Meran in der Texelgruppe am unteren Rand der Spronser Seenplatte. Hier ist eine der größten Ansammlungen von Schalensteinen Südtirols mit etwa 30 Steinplatten aus Glimmerschiefer mit etwa 1000 künstlich eingeriebenen meist runden Schalen unterschiedlicher Größe und Tiefe. Die Anlage wird von einer Mauer aus Steinplatten umfasst. Die Konstruktionsmerkmale sind ein Indiz für einen Bau der Megalithkultur (3. Jt). Durch langjährige Forschungen des Meraner Arztes Dr. Franz Haller, des Bremer Geometers Dr. Aribert Egen und meine darauf aufbauenden Forschungen seit 2006 können für die Konstruktion der Anlage und für einige der Schalensteine am Pfitscher Sattel astronomische Bezüge nachgewiesen werden. Diese erlauben auch eine Datierung anhand von Sternvisuren in die Epoche um 2500 v.Chr. Dies wurde auch durch archäologische Grabungen weitgehend bestätigt.
Aufgrund der Fülle der auf den Schalensteinen dokumentierten astronomischen Beobachtungen von Sonne, Mond und Sternen, die neben der praktischen Anwendung wohl auch kultischen Zwecken diente, kann man ohne Übertreibung von der wohl bedeutendsten frühzeitlichen Kultstätte Südtirols und von einem „Bergheiligtum“ am Pfitschersattel sprechen.

Möglicherweise handelt es sich hier um die älteste Sternwarte der Welt in situ.